Die Mieterauswahl ist die wichtigste Entscheidung
Mietausfälle und Schäden an der Wohnung beginnen fast immer mit der falschen Mieterauswahl. Eine sorgfältige Bonitätsprüfung kostet dich einmal etwas Zeit – kann dir aber jahrelangen Ärger ersparen.
Schritt 1: Selbstauskunft einholen
Bitte jeden ernsthaften Interessenten um eine ausgefüllte Selbstauskunft. Darin sollten stehen:
- Vollständiger Name, Geburtsdatum, aktuelle Adresse
- Arbeitgeber und monatliches Nettoeinkommen
- Angaben zu laufenden Verbindlichkeiten
- Bestätigung, dass keine Mietschulden bestehen
Wichtig: Du darfst nur Fragen stellen, die für die Vermietung relevant sind. Fragen nach Schwangerschaft, Religion oder politischer Überzeugung sind unzulässig.
Schritt 2: Einkommensnachweise verlangen
Lass dir die letzten drei Gehaltsabrechnungen zeigen. Als Faustregel gilt: Das Nettoeinkommen des Mieters sollte mindestens das Dreifache der Warmmiete betragen.
Schritt 3: SCHUFA-Auskunft anfordern
Du kannst den Mieter bitten, eine aktuelle SCHUFA-Auskunft vorzulegen. Du darfst diese nicht selbst einholen – der Mieter muss sie selbst beantragen und dir vorlegen. Achte auf:
- Negative Einträge (Inkasso, Mahnbescheide, Insolvenzen)
- Aktualität der Auskunft (nicht älter als 3 Monate)
Schritt 4: Vorvermieter kontaktieren
Frage den aktuellen oder letzten Vermieter direkt an. Meist bekommst du ehrliche Auskunft – schließlich hat auch der Vorvermieter ein Interesse daran, dass der Mieter problemlos weiterzieht.
Worauf du rechtlich achten musst
Die erhobenen Daten dürfen ausschließlich für die Mieterauswahl verwendet werden und müssen nach Abschluss des Verfahrens gelöscht werden (DSGVO). Gib Bewerbern auf Anfrage Auskunft darüber, welche Daten du gespeichert hast.